Zuverlässige Netzteile

Kennzahlen zur Zuverlässigkeit von Netzteilen sind nach Erfahrung des Autors oft irreführend und in der Praxis nicht aussagekräftig genug.

Es gibt einfache und effiziente Möglichkeiten, um ein zuverlässiges Netzteil zu erhalten. Im Seminar lernen die Teilnehmer, wie man mit Oszilloskop und Stromzange schnell herausfinden kann, ob eine Stromversorgung gut entwickelt ist oder ob es noch Schwachstellen gibt. Denn Geräte sollen zukünftig nicht mehr ausfallen, nur weil das Netzteil defekt ist.

Stromversorgungen werden meistens nach Ausgangsspannung, Leistung und Eingangsspannungsbereich ausgesucht. Eine weitere große Rolle spielen aber auch Zulassungen, Kosten und mechanische Abmessungen. Doch wie sieht es mit der Zuverlässigkeit aus?

Eine MTBF von über Hunderttausend Stunden hört sich nach einem sehr langen Leben an. Leider sieht die Realität anders aus: Frühausfälle und zu häufige Feldrückläufer sind an der Tagesordnung.

Viele Einkäufer, Techniker oder Ingenieure kaufen deswegen oft überdimensionierte Netzteile, um das Risiko von Ausfällen zu reduzieren. Außerdem werden aufwendige Dauer-Stress-Tests im Klimaschrank durchgeführt. Nach Erfahrung des Dozenten erhöht das nur die Kosten, reduziert die Zahl an Ausfällen aber nicht. Es hilft nur eines: Spannungen und Ströme der kritischen Bauteile in allen vorkommenden Betriebsfällen messen und deren Datenblätter bewerten. Dadurch kann man selbst feststellen, ob ein Netzteil für die Anwendung zuverlässig genug ist oder nicht und es wird zukünftig keine Ausfälle mehr geben.

Dauer

1-Tages Seminar

Teilnahmegebühren

FED-Mitglieder: 440,00 €
Nichtmitglieder: 595,00 €

Staffelpreis (ab der zweiten Anmeldung)
FED-Mitglieder: 375,00 €
Nichtmitglieder: 510,00 €

Teil 1

  • Wichtige Eigenschaften bei der Auswahl von Netzteilen
  • MTBF, Ausfallrate, Lebensdauer,
  • Kosten, Spannungsstabilität unter Strombelastung
  • Herkömmliche Vorab-Untersuchungen zur Bestimmung der Zuverlässigkeit
  • Unterstützung durch den Netzteil-Hersteller
  • Häufige Fehlerursachen bei Feldrückläufern

Teil 2

  • Black Box Messungen: Einschaltstrom, Netzunterbrechung, Ausgangsspannungen und -ströme,
  • Geräte Anforderungen
  • Spezifikation der Stromversorgung
  • Immunität: Normen und Realität

Teil 3

  • Interne Messungen mit Bewertung der Datenblätter
  • Sperrspannung an Halbleitern
  • Rippleströme in Elkos und Lebensdauerberechnung
  • Sättigung von Induktivitäten mit Bestimmung der Marge

Teil 4

  • Nötige Messgeräte
  • Testbedingungen
  • Kritische Betriebsfälle
  • Richtiges Messen und Bewerten

Teil 5

  • Weitere Fallbeispiele aus der Praxis mit verschiedenen Ausfallursachen
  • Schalter-Ansteuerungen, auch Synchrongleichrichter
  • Layout und Eigenimmunität
  • Versorgungsspannung von SMPS Controller-ICs

Das Seminar richtet sich vor allem an Entwickler, Techniker und technische Einkäufer, die für ihre Anwendung passende Netzteile suchen oder beschaffen. Es ist auch für Mitarbeiter im Qualitätsmanagement und in der Fehleranalyse geeignet, die selber herausfinden möchten, warum ihre Netzteile ausfallen. Elektronik-Grundkenntnisse sollten vorhanden sein.

Prof. Markus Rehm

Getaktete Stromversorgungen beschäftigen Markus Rehm schon seit über 25 Jahren. Nach seinem Elektronik-Studium arbeitete er acht Jahre lang bei der Deutschen Thomson Brandt GmbH in Villingen-Schwenningen als Forschungs- und Entwicklungsingenieur im Labor für Stromversorgungen. Seit 1998 ist er freiberuflich tätig und bietet seinen Kunden mit seinem modernen Elektroniklabor Forschung, Entwicklung und Beratung als Dienstleistung an. Seine Schwerpunkte dabei sind die Funktionalität, die Zuverlässigkeit und die EMV von Netzteilen, sowie drahtlose Stromversorgungen. Viele Kunden aus dem In- und Ausland beauftragen ihn mit "Ausfall- und Zuverlässigkeitsanalysen von Netzteilen". Seit 2008 lehrt er an der Hochschule Furtwangen University. Seine Vorlesungen sind: „Industrieelektronik“, „Stromversorgungen für eingebettete Systeme“, „Elektronikanwendungen im Maschinenbau“ und "Leistungselektronik". 2019 wurde Markus Rehm von der Hochschule Furtwangen zum Professor ernannt.