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22.10.2013

Bericht und Vortragsfolien | rmw Kabelsysteme GmbH

Gastgeber der Regionalgruppensitzung Jena war am 22.10.2013 die rmw Kabelsysteme GmbH in Crossen an der Elster. 21 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt, um Wissen und Informationen aus der Veranstaltung mitzunehmen.

Der Regionalgruppenleiter Wolfgang Kühn und der Geschäftsführer von rmw Herr Klaus Müller begrüßten die Teilnehmer und Referenten der Regionalgruppenveranstaltung auf dem Firmengelände am Fertigungsstandort 1 in Crossen, Nöben 27.

Die Besonderheit dieser Regio-Veranstaltung bestand darin, dass die Firmenführung zu Beginn am Fertigungsstandort 1 in Crossen – ursprünglicher Firmenstandort - und am Fertigungsstandort 2 in Hartmannsdorf durchgeführt wurde. Dort befindet sich das neue Firmengebäude mit hohem Standard der Reinraumfertigung für Luft- und Raumfahrt. Die rmw Kabelsysteme GmbH hat in ihrer 22-jährigen Firmenentwicklung ein Spezial-Knowhow für die Fertigung von Kabelbaugruppen und der Montage von elektromechanischen Baugruppen aufgebaut, das für die kundenspezifischen Aufträge genutzt und umgesetzt wird.

Während des Firmenrundganges konnten sich die Teilnehmer sowohl über die Produktpalette und Fertigungs- und Testverfahren informieren als auch Anregungen aus den gut strukturierten und zertifizierten Prozessen mitnehmen.

Vorstellung der Fa. rmw Kabelsysteme GmbH durch den Geschäftsführer Herrn Klaus Müller:

Nach der Begrüßung gab Herr Müller einen kurzen Abriss zur Firmenentwicklung:
Die Gebäude am Fertigungsstandort Crossen, Nöben 27, wurden schon zu Ende des 19.Jahrhunderts (1880 gegründet) als Zigarrenfabrik errichtet. Als diese 1964 geschlossen wurde, verlagerte die Fa. Carl Zeiss Jena die Fertigung von Optik-Baugruppen an diesen Standort.

Ab 1964 fertigte Carl Zeiss Jena in Crossen hauptsächlich Kabel und Kabelbäume für die Verdrahtung von Zeiss-Geräten. Mit der Auflösung des Kombinates VEB Carl Zeiss Jena im Jahr 1990 kam auch für die Fertigungsstätte Crossen das Aus.

Im Mai 1991 wurde die rmw Kabelsysteme GmbH durch Management-Buy-Out gegründet und mit 17 Mitarbeitern die Kabel- und Baugruppenfertigung fortgeführt. Seit ihrer Gründung ist rmw stetig gewachsen ( heute 175 Mitarbeiter) und hat seinen Kundenstamm auf 170 erhöht.

Mit hochqualifizierten Facharbeitern und Ingenieuren ist rmw in der Lage, Kabelkonfektion und Montage von elektromechanischen Baugruppen für die Bereiche Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau und Transportwesen in hoher Qualität, Zuverlässigkeit und Termintreue auszuführen.

Beim anschließenden Firmenrundgang konnte man den Auftragsdurchlauf vom Auftragseingang zur Arbeitsvorbereitung, wo sämtliche Unterlagen und Spezifikationen für die jeweilige Baugruppe zusammengestellt werden, weiter zu Materialbereitstellung, Kabelzuschnitt, Konfektionierungs- arbeitsplätzen, Prüfplätzen bis zum Versand verfolgen. Ein schnelles Reagieren auf Kundenaufträge ist durch ein ca. 25T Artikel umfassendes Materiallager möglich. Der Zugriff auf das mehretagige Paternosterlager erfolgt mittels PPS computergesteuert.
Im Bereich Zuschnitt werden die für den Auftrag benötigten Kabel auf Länge geschnitten und nach Vorgabe für die weitere Verarbeitung abgemantelt und abisoliert. Hierfür stehen hocheffektive Automaten , spezielle Messer und Vorrichtungen (in-house development) zur Verfügung.

In der Kabelkonfektionierung kommen folgende Technologien zum Einsatz:

  • Crimpen ( Automaten, Handzangen)
  • Handlöten ( Anforderungen nach IPC-A610, IPC/WHMA-A-620, IPC-7711/21)
  • Schneidklemmtechnik
  • Bedrucken mittels UV-Laser oder Tintenstrahl
  • Beschichten, Vergießen, Verkleben
  • Schrumpfen mittels Infrarot und Heißluftfön
  • Legen von Kabelbäumen, Montage von Baugruppen

Die Mitarbeiter/innen sind alle nach den gültigen IPC-Richtlinien und Luftfahrtrichtlinien geschult und zertifiziert, um den hohen Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte im Fertigungsprozess gerecht zu werden.

Die hohen Qualitätsanforderungen werden durch ein prozessorientiertes Qualitätsmanagementsystem umgesetzt. Das Prinzip, Qualität wird nicht „erprüft“, sondern gefertigt, ist Leitlinie des Unternehmens. Um diese Zielstellung zu erfüllen, erfolgt eine Kundenorientierung in allen Prozessen und die Kontrolle der Qualitätsanforderungen von der Auftragsannahme bis zur Auslieferung.

rmw kann folgende Zertifikate nachweisen:

  • Zertifizierung nach DIN EN ISO9001:2008
  • Zertifizierung für die Luftfahrt DIN EN 9100/ AS9100, QSF A/QSF B (AIRBUS)

Jede Baugruppe, die das Unternehmen verlässt, wird einer mechanischen und elektrischen Prüfung unterzogen; dazu stehen Prüfplätze mit modernster Technik zur Verfügung. Adapter und Prüfmittel werden in der Prüfmittelabteilung erstellt.



Empfang der Teilnehmer                                    Klaus Müller, Geschäftsführer, Wolfgang Kühn

Vorstellung des FED / Neuigkeiten aus dem Verband

Nach dem Standortwechsel von Crossen nach Hartmannsdorf in den rmw-Standort 2
schloss sich noch ein kurzer Rundgang im Fertigungsbereich für Luft- und Raumfahrt an. Hier konnten die Teilnehmer der Veranstaltung die hohen Anforderungen an eine Fertigung von Baugruppen und Kabelbündeln für AIRBUS-Systeme und für EADS in Augenschein nehmen und auch mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen.
Nach der Vorstellung des FED, den Neuigkeiten aus dem Verband, den neuesten IPC-Dokumenten- übersetzungen und den weiteren Aktivitäten in der Regionalgruppe Jena übergab der Regionalgruppenleiter als Dankeschön für die Gastfreundschaft und perfekte Organisation in rmw Kabelsysteme GmbH an den Geschäftsführer, Herrn Klaus Müller, einen kompletten Satz der „ FED-Bibliothek des Wissens“.

1.Fachvortrag: Steckverbinder Technologien (Herr Kreykenbohm, Fa. Samtec Europe GmbH)

Den ersten Fachvortrag Steckverbinder Technologien hielt Herr Kreykenbohm in Vertreter für Herrn Ringo Krumm, welcher dienstlich verhindert war.

Zu Beginn seiner Ausführungen ging der Referent auf die Besonderheiten der Metallisierung im Sinne der Oberflächenveredlung ein. Wichtig ist es für den Entwickler zu beachten, dass die Buchse- Steckerpaarung keine unterschiedlichen Oberflächen aufweisen, wie etwa Gold und Zinn. Interessant war die Information, dass Samtec mit anderen Herstellern, wie z.B. Molex zusammenarbeitet, was für den Anwender die Möglichkeit eröffnet, im Bedarfsfall auf Elemente des anderen Herstellers einsetzen zu können.

Bei den Verabeitungstechnologien wurde besonders auf die Durchgängigkeit des Bestückungsprozesses eingegangen. So ist es also sinnvoll, soweit es möglich ist, SMD-Stecker/Buchsen einzusetzen. Bei Steckersystemen mit einem Pitch ab 2,0mm ist der Einsatz von Pin in Paste Modellen eine Alternative. Bei dieser Technologie sind mehrere Faktoren zu beachten. Zum einen muss der verwendete Kunststoff für die höheren Temperaturen geeignet sein. Die Pins sollten spitz auslaufen, damit sie nicht zu viel Paste aus der Bohrung verschleppen. Für das Leiterplattendesign sind die Vorgaben für die Gestaltung der Pads zu beachten, um das Pastenvolumen zu garantieren, das für den korrekten Lötprozess benötigt wird. Bei Samtec sind für geeignete Modelle beide Ausführungen (normale THT-Technologie und ThrueHoleReflow) im Angebot.

Beim Einsatz der THR-Technologie wird oft mit Stufenschablonen gearbeitet, weil der Pastenbedarf zu unterschiedlich ist. In besonderen Fällen ist der Einsatz von Lotpassstücken erforderlich. Diese sind teilweise schon am Bauteil vorhanden.

Nach einer kurzen Diskussion giing es in die verdiente Kaffeepause, die zu einem regen Informationsaustausch genutzt wurde.


Referent Herr Kreykenbohm, Samtec Europe GmbH Referent Herr Bruderreck, TechnoLab GmbH

2.Fachvortrag: Effekte im Zusammenhang mit der Umstellung auf RoHS-konforme Lote (Dipl.-Ing. Lutz Brudereck, TechnoLab GmbH)

Den zweiten Vortrag Effekte im Zusammenhang mit der Umstellung auf RoHS-konforme Lote hielt Herr Dipl.-Ing. Lutz Brudereck, Geschäftsführer der TechnoLab GmbH. Die Firma TechnoLab tritt immer dann in Erscheinung, wenn ein Schadensfall zu untersuchen ist. Dies kann vom abgestürzten Kleinflugzeug bis zum abgefallenen SMD-Bauelement sein. In seinem Vortrag wurde deutlich, wie komplex eine Bewertung einer schadhaften Fügestelle ist. Dabei können die ersten Schwierigkeiten bereits entstehen, wenn es darum geht, alle Informationen zu erhalten, die das Vorleben der betreffenden Baugruppe angehen. Die Beurteilung eines Schadensbildes nach allen zutreffenden und geltenden Normen und Gesetzen ist oft schwierig und erfordert von den Sachverständigen umfassendste Kenntnisse, sowohl technisch als auch juristisch, denn in einem Gutachten dürfen keine Vermutungen angestellt werden, damit die Aussagen juristisch nicht angreifbar sind.

Bis zu einer kleinen Pause behandelte der Vortrag in der Hauptsache diese Sachverhalte, was bei einigen Besuchern dazu führte, die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen mit der Aussage, dass sie sich unter dem Thema etwas anderes vorgestellt hatten. Aber nach der Pause kamen dann anhand von Schliffbildern eher praktische Aussagen ins Spiel und es konnte anhand von Gefügebildern der Einfluss von Ablegierungen, wie er beispielsweise beim Löten einer mit Gold beschichteten Leiterplatte vorkommt, betrachtet werden. Interessant war der Fakt, dass Gold das größte Lotgift darstellt, weil es in Verbindung mit Zinn zum Kornwachstum und dadurch zu interkristallinen Rissen führen kann. Im Bereich der Lötung von Leiterplatten ist die Konzentration von Gold zu gering, als dass es dabei zu solchen Erscheinungen kommt.



Nach einer interessanten Diskussion und dem Meinungsaustausch endete die Veranstaltung gegen 18.15 Uhr. Herr Kühn bedankte sich bei den Teilnehmern für ihr reges Interesse und ihre Aufmerksamkeit.

Leiter der FED-Regionalgruppe Jena
Wolfgang Kühn
Jena, den 08.11.2013


Quelle:

Steckverbinder Technologien (Herr Kreykenbohm, Fa. Samtec Europe GmbH)

Effekte im Zusammenhang mit der Umstellung auf RoHS-konforme Lote (Dipl.-Ing. Lutz Brudereck, TechnoLab GmbH)

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