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08.12.2017

Film über 25. FED-Konferenz - Networking und Wissensaustausch für die Elektronikbranche
In einem Film hat der FED die Statements der Teilnehmer, Referenten, Aussteller, und Organisatoren der diesjährigen FED-Konferenz eindruc…

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28.11.2017

NORTEC Forum – Elektronikfertigung am 23.01.2018
Am 23.01.2018 findet zum 4. Mal das Nortec Forum – Elektronikfertigung statt. Der FED ist für das Vortragsprogramm an diesem Tag er…

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17.11.2017

Band 17 der Bibliothek des Wissens - FED Projekt: „Übergang Starr-Flexbereich“ Abschlussbericht
Ein Bereich der in den gängigen Designrichtlinien lückenhaft beschrieben ist und damit immer wieder zu „Grauzonen“ in technis…

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10.02.2015

Bericht und Vortragsfolien zur AK Umweltg Veranstaltung vom 10.02.2015

Für die RoHS-Anforderungen ist das Jahr 2015 besonders wichtig. Im Juli 2016 laufen die Ausnahmen für die Kategorien 1-7 und 10 aus, sofern keine Verlängerungen im Januar 2015 beantragt worden sind. Ferner ist die terminmäßig überfällige Umsetzung der WEEE in nationales Recht abzusehen und damit wird es ein neues ElektroG geben. Über diese aktuellen Gegebenheiten in der Gesetzgebung, über neues aus dem Produktrecht und über den Zusammenhang zwischen der RoHS2 und der DIN EN 50581 wurde in der 4. Informationsveranstaltung des FED-AK-Umweltgesetzgebung berichtet.

Gastgeber der Veranstaltung war das IZM/Fraunhofer in Berlin. Die Abteilung Environmental & Reliability Engineering des Institutes für Zuverlässigkeit und Mikrointegration ist in vielen Studien und Gremien eingebunden die technische Entwicklungen auf dem Weg zur Marktreife begleiten und gleichzeitig durch Umwelt- und Zuverlässigkeitsuntersuchungen für die notwendige Nachhaltigkeit Unterstützung geben. Im produktbezogenen Umweltrecht ist das IZM auf Grund des technologischen Sachstandes in vielen nationalen und internationalen Gremien (Bundesministerium, Europäische Kommission, Umweltbehörden) eingebunden.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Dr.Nils F.Nissen, Abteilungsleiter am Institut, für das IZM/Fraunhofer, der auch für die IZM-eigenen Arbeitskreise „Richtlinienkonformes Design für WEEE/RoHS/ErP“ und „Systemzuverlässigkeit von Aufbau- und Verbindungstechnologien“ verantwortlich zeichnet und dem Willkommen des FED-AK-Leiters Klaus Dingler gibt Dr.Deubzer, IZM /Fraunhofer Berlin, einen Überblick über Aktuelles in der ELV, RoHS, WEEE und REACh und damit eine Zusammenfassung über den Stand der Ausnahmen in den einzelnen EU-Verordnungen.


Dr. Nils F. Nissen

Ende 2014 wurden in einem Bericht die Revisionen der Ausnahmen im Anhang II der ELV veröffentlicht. In einzelnen ist dazu ausgeführt:

  • Auf Antrag vieler Automobilverbände zur Einschränkung oder spezifischer Anwendung der Ausnahme Blei in hochschmelzenden Loten ist die Empfehlung an die Kommission ausgesprochen worden, die Ausnahme zu belassen und zusammen mit den RoHS-Ausnahmen noch einmal zu überprüfen.
  • Für Blei in Einpresssteckverbindern wird ebenfalls eine Einschränkung vorgeschlagen.
  • Für Blei in Loten für die Verbindung von Halbleiterchips mit dem Trägermaterial in den Modulen wurde die beantragte Verlängerung als erste Priorität abschlägig beschieden und als Kompromiss eine erneute Begutachtung mit der RoHS in 2015 vorgeschlagen.
  • Die Ausnahme für Blei in Loten zur Befestigung von Kühlkörpern wird für Fahrzeuge mit Typenprüfung nach 2015 zurückgenommen.
  • Das Löten von laminierten Gläsern wird weiter diskutiert.
  • Für Blei in Kondensatoren für Ultraschallsysteme wird ein Ende der Ausnahme für Fahrzeuge mit Typenprüfung nach 2016 empfohlen.

  
Quelle: Vortragsfolien Dr. Deubzer 

Fristen der Geltungsdauer für die bestehenden Ausnahmen in der RoHS-Richtlinie sind der nebenstehenden Graphik zu entnehmen. Damit laufen im Juli 2016 insgesamt 39 Ausnahmen in den Kategorien 1-7 und 10 aus. Die Ausnahmen für die Kategorien 8 und 9 sind weiterhin bis mindestens 2021 gültig. Für die Verlängerungen der auslaufenden Ausnahmen ist gemäß der Richtlinie der Termin  Januar 2015 gewesen. Für nicht eingereichte Anträge laufen die Ausnahmeregelungen im Juni 2016 aus.

Zur Verdeutlichung über den Zeitablauf
zwischen der Einreichung eines Antrages und der Empfehlung an die Kommission ist in den Folien des Vortrages eine übersichtliche Darstellung vorhanden. Nach der Einreichung des Berichtes mit den Empfehlungen der Gutachtengruppen wird von der Kommission eine Entscheidung bzw. Formulierung eines Kompromisses erarbeitet und dieser noch einmal abgestimmt. Danach erfolgt dann die Veröffentlichung der Entscheidung. Die langen Vorgabezeiten sind damit gerechtfertigt, siehe nebenstehende Graphik.
Anträge neuer Ausnahmereglungen bzw. Verlängerungen der bestehenden Ausnahmen liegen für Cadmium-Anoden in Spezial-Sensoren, Blei in Loten für Sensoren, die bei einer Betriebstemperatur von -150°C eingesetzt werden, Blei in Glas für optische Anwendungen und Cadmium und Blei in Glas für Filtergläser. Ferner sind Anträge auf Einschränkung der Ausnahme für Blei in Loten für Server und Speichersysteme und Blei in Lager und Buchsen für Gefrierkompressoren eingereicht.
Ein genauer Überblick über alle eingereichten Anträge ist noch nicht vorhanden. Verträge zur Begutachtung der eingereichten Anträge liegen beim IZM/Fraunhofer und beim Ökoinstitut vor. Der Endtermin für die Kommissionsentscheidung über die Anträge ist der Januar 2016.

   
Quelle: Vortragsfolien Dr. Deubzer  

In der RoHS-Richtlinie werden im Anhang II 4 Phthalate (DEHP, BBP, DBP, DIPB) Weichmacher in PVC, hinzukommen. Der Schwellenwert liegt bei 0,1 Gewichtsprozenten im homogenen Material. Grund dafür ist auch die Eintragung dieser Materialien im Anhang XIV der REACh-Richtlinie (Gefahr der hormonellen Beeinflussung). Für diese neuen Stoffe sind folgende  Geltungsbereiche und Übergangsfristen festgeschrieben:

  • in Spielzeugen (Kategorie 7) Nutzung ab Februar 2015 nur mit Einschränkung gemäß der REACh-Richtlinie
  • Kategorie 1-7 und 10, 11 bis Juli 2019
  • Kategorie 8 und 9 bis Juli 2021

Weitere Stoffverbote werden in regelmäßigen Zeitabständen hinzukommen.
Für die Änderungen in der REACh-Richtlinie ist es wichtig die Kandidatenliste, jährlich 2 Updates, und die Anhänge XIV und XVII regelmäßig zu beachten.

   
Dr. Otmar Deubzer  

Die  Umsetzung der WEEE-Richtlinie in nationales Recht ist im März 2015 vom Parlament durch Annahme des Referentenentwurfes verabschiedet worden. Die Vorgaben in der WEEE sind 1:1 übernommen worden. Damit ändert sich die Aufteilung der Kategorien im August 2018 von 10 auf 6 Kategorien. Klein- und Großgeräte werden explizit über die Abmaße spezifiziert. Gravierende Änderungen sind in den Sammel- und Recyclingquoten vorgenommen worden. B2B-Geräte werden mit einbezogen.  Bis zum Ende 2013 gelten die Sammelquote 4kg/Einwohner und Jahr. Ab 2016 beträgt die Sammelquote mindestens 45% der auf den Markt gebrachten EEG (Elektro-/Elektronikgeräte), wobei ein Durchschnittsgewicht der letzten 3 Jahre als Grundlage genommen wird. Ab  2019 ändert sich die Quote auf 65% unter gleichen Bedingungen oder auf 85% des Elektroschrotts in einem Jahr. Die Quoten für Verwertung ändern sich ab August 2015 abhängig von der Kategorie um +5% und liegen zwischen 75% und 85%. Ebenso erhöhen sich die Quoten für das Recycling um 5% und liegen zwischen 55% und 80%. Ab August 2019 bleiben die Quoten für Verwertung und Recycling bestehen mit der Berücksichtigung der neuen Kategorien. Der Entscheidungszeitraum für die Kommunen ist auf 2 Jahre und die Anzeigefrist vor Aufnahme der Entscheidung auf 6 Monate.

Dr.Nusser, Kanzlei Kopp-Assenmacher, berichtet über Neues aus dem Produktrecht. Zur Einleitung führt Dr.Nusser aus, dass die neuen Rechtsakte (RoHs, WEEE, ErP, Maschinen-RL, NS-RL, EMC-RL, usw.) Anforderungen an das Enderzeugnis stellen. Die Beschaffenheit der Endprodukte und die Möglichkeit von Ausnahmen werden in den einzelnen Richtlinien geregelt. Die Pflicht für die Beachtung der Richtlinien liegt beim  Inverkehrbringer und nicht beim privaten Nutzer. Ein Blue Guide der Europäischen Kommission (auch in deutscher Sprache) kann als Leitfaden gesehen werden. Für wesentliche Rechtsbegriffe wird eine Harmonisierung angestrebt. Als Beispiele für Enderzeugnisse sind z.B. Energieverbrauchsrelevante Produkte gemäß EVPG oder Elektro-/Elektronikprodukte gemäß ElektrostoffV zu sehen. Neue europäische und nationale Gesetzgebungen können in Umweltbezogenes Produktrecht, Abfallrecht bzw. Produktsicherheitsrecht aufgegliedert werden.

Zum umweltbezogenen Produktrecht gehören die ErP-Richtlinien, RoHS, REACh und CLP. Im Rahmen der Ökodesignrichtlinie (ErP-EVPG im nationalen Recht) wird angestrebt energierelevante Aspekte und Materialeffizienzaspekte in die Regelungen mit einzubringen.
Gemäß ErP-Richtlinie werden nach Untersuchungen in Vorstudien für vorgegebene Produktgruppen Durchführungsverordnungen erlassen. Als Alternative dazu können einzelne Industriebranchen Selbstregulierungen festlegen und der Kommission einreichen. Mit der Übernahme der europäischen Richtlinie in nationales Recht, EVPG, im August 2013 ist die Möglichkeit gegeben Verstöße als Ordnungswidrigkeiten zu definieren und entsprechen zu ahnden.
In der RoHS2, bzw. ElektrostoffV sind das Enderzeugnis und der Geltungsbereich festgelegt. Insbesondere für industrielle Großwerkzeuge und ortsfeste Großanlagen gelten die Vorgaben in der Richtlinie nicht. Hervorzuheben ist, dass auf eigenständigen Elektro-/Elektronikgeräten ein CE Kennzeichen anzubringen ist. Ferner ist für die Konformitätserklärung eine technische Dokumentation anzufertigen, um die Beschränkung der gefährlichen Stoffe zu beurteilen. Dazu müssen innerhalb der Zulieferkette vertragliche Vereinbarungen nachgewiesen werden, Materialdeklarationen und eventuelle Analysen vorhanden sein. Auch die neue Kategorie 11 (alle Elektro- /Elektronikgeräte die nicht in den Kategorien 1-10 eingeordnet werden können) ist trotz der Übergangsfrist nicht vom Geltungsbereich ausgeschlossen. Damit wird bis 2019 eine Bereinigung der Lieferkette bezweckt, es wird die Bereitstellung und nicht das Inverkehrbringen herangezogen. Der Begriff des Herstellers ist nicht eindeutig geregelt. Entweder ein Vertreiber oder Importeur gilt als Hersteller, wenn er ein Gerät unter seinem Namen in den Verkehr bringt. Er muss seine Namen auf dem Gerät anbringen. Oder aber der Händler ist Hersteller, wenn nach der Herstellerfiktion „unter seinem Namen“ das Gerät in den Markt gebracht wird.
Für die REACh-Verordnung ist es wichtig permanent die Kandidatenliste der SVHC-Stoffe zu beachten. Jährlich werden 2 Updates durchgeführt. Sie umfasst seit Dezember 2014 161 Stoffe.  Die zugehörige CLP-Verordnung für die Kennzeichnung und Einordnung der Verpackung von Stoffen und Gemischen gilt an Juni 2015 als einzig gültige Rechtsvorschrift.
Die im August 2012 in Kraft getretene neue WEEE-Richtlinie sollte bis Februar 2014 in nationales Recht umgewandelt werden. Im März 2015 ist der Referentenentwurf vom Parlament verabschiedet worden. Die wesentlichen Änderungen sind:

  • Ausweitung des Anwendungsbereiches
  • Einführung eines Bevollmächtigten
  • Verpflichtung zur Rücknahme
  • Änderung der Quoten für die Sammlung, die Verwertung und das Recycling       

Neu ist auch die Benennung eines Bevollmächtigten, der als Verantwortlicher in Deutschland niedergelassen sein muss. Damit ist ein Hersteller außerhalb Deutschlands nur in Verbindung mit diesem verantwortlich.
Die neue Batterie-Richtlinie (BattG) muss bis zum Juli 2015 umgesetzt werden. Der zu beachtende Inhalt betrifft:

  • Beschränkung des Quecksilber- und des Cadmium-Gehaltes,
  • Batterien, die vor dem Inkrafttreten im Handel waren dürfen weiter vermarktet werden,
  • Die Entnahmemöglichkeit durch Fachkräfte muss gegeben sein.

Die Verpackungsverordnung (VerpackV) ist im Juli 2014 neu veröffentlicht worden. Hier sind die wesentlichen Änderungen:

  • Ergänzung der Verpackungsdefinition im Anhang I
  • Aufhebung der Eigenrücknahme


Dr. Jens Nusser

Zum Produktsicherheitsrecht gehört das bereits 2011 in Kraft getretene Produktsicherheitsgesetz. Die wichtigen Neuerungen werden durch die  Verordnungen für Verbraucherprodukte geregelt. Dazu gehört auch die Niederspannungsrichtlinie, die bis zum April 2016 in nationales Recht umgesetzt werden muss. Hierin wird der Herstellerbegriff neu geregelt, jeder gilt als Hersteller der seine Marke auf dem Produkt anbringt. Eine umfassende Regelung der Pflichten der Wirtschaftsakteure wird festgeschrieben. So die Auskunftsgabe über Weitergabe von elektrischen Betriebsmitteln in der Lieferkette auf Verlangen der Marktüberwachungsbehörde.
Neue Verordnungsentwürfe der Kommission über die Sicherheit von Verbraucherprodukten und über die Marktüberwachung von Produkten liegen zur Entscheidung beim Europäischen Rat. Ein wesentlicher Inhalt sind die Pflichten der Wirtschaftakteure zur besseren Kennzeichnung der Produkte, Maßnahmen für unsichere Produkte, ein elektronisches Rückverfolgungssystem und eine Vereinfachung des Normungsprozesses. Mit der Verordnung über die Marktüberwachung wird eine Verschärfung der Kontrollen für eingeführte Waren, Schaffung eines Marktüberwachungsforums für Auskunft und Beratung der Unternehmen und eine schnelle Meldung risikobehafteter Produkte gewährleistet.
Die Funkanlagen-Richtlinie vom April 2014 muss bis Juni 2016 in nationales Recht umgesetzt werden. Die Richtlinie umfasst nur noch Funkanlagen, die Telekommunikationsendeinrichtungen sind herausgenommen worden. Auch Funkgeräte ohne Kommunikationsfunktion fallen jetzt ebenfalls in den Anwendungsbereich. Neben grundlegende Anforderungen sind auch separate und umfassende Pflichten der Teilnehmer in der Lieferkette enthalten, besonders die Pflichten der Händler zur Überprüfung der Konformität vor der Bereitstellung auf dem Markt.
Ebenfalls bis zum Juni 2016 in nationales Recht umzusetzen ist die EMV-Richtlinie (EMVG) vom Februar 2014. Die Anforderungen der neuen Richtlinie sind bei jeder Bereitstellung einzuhalten. Die Umsetzung gilt es abzuwarten.
Aus der aktuellen Rechtsprechung zum Produktrecht führt Dr.Nusser als Abschluss drei EuGH-Urteile an.

Die Umsetzung der RoHS 2 gemäß der DIN EN 50581 erläutert Markus Glauben von der Firma
tec 4U-Solution. Die Neuerungen in der RoHS 2 wurden bereits im ersten Vortrag vom Dr. Deubzer vorgetragen, sodass Herr Glauben nicht mehr darauf eingeht. Hier seien noch einmal die wesentlichen Bestandteile der RoHS aufgezählt:


Markus Glauben

  • die Stoffverbote,
  • die Definition des homogenen Materiales,
  • die Aufteilung in 11 Anwendungskategorien,
  • die Übergangsfristen für das Inkrafttreten der Stoffverbote,
  • die Produkte außerhalb des Anwendungsbereiches,
  • die Ausnahmelisten in Anhang III und IV,
  • die Frage, wann gelten Geräte als RoHS-konform (siehe auch Entscheidungsbaum),
  1. das EEG entspricht den Stoffbeschränkungen,
  2. die Einhaltung der Stoffbeschränkungen ist nachgewiesen,
  3. alle technischen Unterlagen liegen vor,
  4. die Konformitätserklärung wurde ausgestellt,
  5. das EEG ist mit einer CE-Kennzeichnung versehen.
  • die neu hinzukommenden Verbotsstoffe (4 Phthalate – Weichmacher in PVC)

Ziel der Richtlinie war die Beseitigung von Handelshemmnissen und die Harmonisierung der Sicherheit der Produkte. Dazu ist eine genaue Vorgabe für die Durchführung der Konformität und eine Festlegung grundlegender Begriffe ( Inverkehrbringen…) in der Richtlinie vorgegeben. Die wesentlichen Bestandteile der Richtlinie sind

  • der Anhang II Stoffbeschränkungen,
  • der Anhang VI Konformitätserklärung,
  • der Artikel 14 CE-Kennzeichnung,
  • der Artikel 7 Aufbewahrung der technischen Unterlagen

Die DIN EN 50581 kann als Leitfaden zur Herstellung technischer Dokumentation von Elektro-/Elektronikgeräten hinsichtlich der Beschränkung gefährlicher Stoffe gesehen werden.


Quelle: Vortragsfolien Markus Glauben

Der Hersteller muss eine technische Dokumentation anfertigen um nachzuweisen, dass die Stoffbeschränkungen eingehalten werden. Die Dokumentation beinhaltet eine Beschreibung des Produktes, Unterlagen zu Materialien und Aufzählung der angewendeten Normen und technischen Spezifikationen. Um die Angaben zu den Materialien zu untermauern müssen die Informationen abgesichert, die Vertrauenswürdigkeit und die Qualität geprüft werden und es muss sichergestellt sein, dass die technische Dokumentation Gültigkeitscharakter hat. Die Lieferantenanfragen sind durch den Hersteller zu stellen, wobei nach Erfahrungen ein Rest von ca. 30% unbeantwortet bleibt. Die Dauer einer Anfrage kann zwischen 6-9 Monaten betragen. Die Festlegung ob Informationen benötigt werden beruht auf Einschätzungen des Herstellers, dass die in der Richtlinie beschränkten Stoffe im Produkt enthalten sind, wobei auch Stoffe die im Laufe des Fertigungsprozesses hinzu kommen mit zu betrachten sind. Für die Informationen ist die Vertrauenswürdigkeit des Zulieferers zu überprüfen. In den Zuliefererklärungen muss die Einhaltung der Grenzwerte der Stoffverbote bestätigt, bzw. Ausnahmeregelungen angegeben werden. In vertraglichen Vereinbarungen sind die Anforderungen zur Einhaltung der Grenzwerte festzulegen. Die zusammengestellten Dokumente müssen alle Materialien, Bauteile und Baugruppen des Produktes einschließen. Beispiele von Lieferantenerklärungen sind in den Vortragsfolien zur Verdeutlichung enthalten.
Neben den Lieferantenerklärungen dienen Materialdeklarationen zur Information über die vorhandene Menge der in der Richtlinie aufgeführten Gefahrenstoffen und eventuellen Ausnahmeregelungen. Weitere Informationen können aus Analysen zur Bestimmung der Bestandteile der Produkte gewonnen werden. Beispiele von Materialdeklarationen und eine Analyseauswertung sind Bestandteil der Vortragsfolien.
Der Produzent selber muss ein Verfahren installieren um die Qualität aller Dokumente zu überprüfen. Dazu sollte eine Risikoabschätzung in dem Ablauf enthalten sein. Letztendlich muss auch die Gültigkeit der Dokumente permanent überwacht und einer eventuellen Änderung der Materialien angepasst werden.

 
Auszug aus DIN EN 50581(VDE0042-12) 2013-02DIN EN 50581 (VDE4042-12)2013-02
Quelle: Vortragsfolien Markus Glauben

Hinweise:   
Für alle EU-Umweltverordnungen, RoHS, WEEE, ElektroG, REACh und ErP befinden sich im FED-Wiki http://wiki.fed.de Artikel mit den Links zu Verordnungen, Informationen und Hilfen.


Quellen:    
Vortragsfolien Dr. Deubzer, IZM/Fraunhofer
Aktuelles in der ELV, RoHS, WEEE und REACh
        Vortragsfolien Dr.Nusser, Kanzlei Kopp-Assenmacher
        Neues aus dem Produktrecht
        Vortragsfolien Markus Glauben, Firma tec4U-Solution GmbH
    Umsetzung von RoHS2 gemäß DIN EN 50581
        Script DIN EN 50581 – RoHS II


Klaus Dingler                               Dietmar Baar   
Mitglied im FED-Vorstand            Mitarbeiter der FED-Geschäftsstelle
AK-Leiter Umweltgesetzgebung

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