Home Verband Arbeitskreise/Projekte Aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten zur RoHS, ELV, WEE (Stand 10/2009)

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08.12.2017

Film über 25. FED-Konferenz - Networking und Wissensaustausch für die Elektronikbranche
In einem Film hat der FED die Statements der Teilnehmer, Referenten, Aussteller, und Organisatoren der diesjährigen FED-Konferenz eindruc…

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28.11.2017

NORTEC Forum – Elektronikfertigung am 23.01.2018
Am 23.01.2018 findet zum 4. Mal das Nortec Forum – Elektronikfertigung statt. Der FED ist für das Vortragsprogramm an diesem Tag er…

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17.11.2017

Band 17 der Bibliothek des Wissens - FED Projekt: „Übergang Starr-Flexbereich“ Abschlussbericht
Ein Bereich der in den gängigen Designrichtlinien lückenhaft beschrieben ist und damit immer wieder zu „Grauzonen“ in technis…

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Aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten zur RoHS ,ELV, WEEE

Der nachfolgende Artikel ergänzt, bzw. konkretisiert die bisher erfolgten Aktivitäten und Entwicklungen für Änderungen in der RoHS- und ELV-Richtlinie, über die ein Artikel eines Vortrages auf der 16. FED-Konferenz von Dr. Deubzer, Fraunhofer IZM Berlin - Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration -, im Dezember 2008 informierte.

RoHS

Bereits im Dezember 2008 wurde der Kommissionsvorschlag für ein Review der RoHS-Richtlinie ( http://ec.europa.eu/environment/waste/weee/index_en.htm ) veröffentlicht. Darin wird die Überarbeitung der Ausnahmen 1-29 von ingesamt 38 Ausnahmen im derzeitigen Anhang der RoHS-Richtlinie beschrieben. Die einzelnen Ausnahmen wurden in der Zeit von Oktober 2007 bis November 2008 von der Gutachterkommision erarbeitet und empfohlen.  Ein Bericht dazu wurde im März 2009 veröffentlicht. Seit Dezember 2008 bis Juni 2010 ist eine komplette Revision der RoHS-RL und eine neue Regelung der Ausnahmen, auch für die ELV-Richtlinie, durch die EU-Kommision nach den vorgelegten Empfehlungen in Bearbeitung. Einen Überblick bietet der RoHS-Review-Report Seite 12 ff unter http://ec.europa.eu/environment/waste/weee/pdf/report_2009.pdf   

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Quelle: Vortragsfolie Dr. Deubzer

Eine der wesentlichsten Maßnahmen für die Ausnahmeregelungen im Anhang der RoHS-Richtlinie ist die Festlegung, dass es keine Ausnahme ohne Auslaufdatum geben wird. Da mit dem Inkrafttreten der neuen Richtlinie und den Änderungen der Ausnahmen nicht vor Mitte 2010 zu rechnen ist, gilt das Jahr 2014 als derzeitige allgemeine Dead-Line. Ist ein Substitutionsmaterial vorhanden oder vor 2014 absehbar, so wird das Auslaufdatum auch vor 2014 festgelegt werden. Ist ein Substitutionsmaterial nicht vorhanden, so gilt das Datum 2014. Wird in dieser Zeit kein Antrag auf Verlängerung für eventuell neue spezifische Ausnahmen gestellt, so gilt das vorgegebene Auslaufdatum. Dabei ist zu beachten, dass der Antrag für eine Verlängerung 18 Monate vor der Ablauffrist gestellt werden muss. Nachfolgend die empfohlenen Änderungen der Ausnahmen im Einzelnen:

  • 6) Die bisherige Ausnahme wurde aufgesplittet und die Einschränkung gilt nur noch für maschinenbearbeitbarem und galvanisiertem Stahl. Für alle anderen Legierungen gilt  das Auslaufdatum 2014
  • 7a) Blei in hochschmelzenden Loten mit 85% und mehr PB-Inhalt,   Auslaufdatum 2013 statt 2012 wie vorgesehen. Spätere  Regelungen für technologiespezifische Ausnahmen treten vor 01. Juli 2013 in Kraft.
  • 7b) Blei in Lote von Servern, Speichern, Netzinfrastruktur,usw.… Auslaufdatum 2014. Auch hier muss für das Erhaltenbleiben von Ausnahmen ein Antrag gestellt werden.
  • 7c) Blei in Keramiken elektronischer Bauteile. Auslaufdatum für dielektrische Keramik bis 125V Gleich- bzw. 250V Wechselstrom 2012, andere Keramiken generell 2014.
  • 8) Cadmium in elektrischen Kontakten. Auslaufdatum 2014 (möglicherweise sind Ausnahmeregelungen notwendig), da bereits Substitute absehbar, für Einmalsicherungen gilt bereits das Auslaufdatum 2012.
  • 9b) Pb in Bleibronze für Lagerschalen und -buchsen für kühlmittelhaltige Kompressoren in der Heizungs-Lüftung- und Klimataechnik, Auslaufdatum 31.Juli 2014.
  • 11) Blei in Einpress-Steckverbindern . Auslaufdatum 2014, für C-Typen bereits 2010.
  • 14) Blei in Loten zur Verbindung der Anschlussstifte und dem -Mikroprozessoren im PGA-Gehäuse. Die Ausnahme ist zu 2011 empfohlen..
  • 15) Blei in Loten (Ebene I ) in Flip Chip Packages. Auslaufdatum 2014.
  • 22) Blei in RIG Faraday Rotatoren. Auslaufdatum Ende 2009.
  • 23) Blei in Finishes von Fine Pitch Bauelementen mit Pitch von maximal 0,65mm Mitte 2010.
  • 24) Blei zum Löten von Mehrschicht-Rundkondensatoren. Auslaufdatum 2014.

Für die Neufassung der RoHS-Richtlinie wird vorgeschlagen,  anstelle der 11 Artikel in der alten Fassung 23 Artikel aufzunehmen und die Ausnahmen im Anhang 1 der alten Fassung durch 9 Anhänge in der neuen Fassung zu ersetzen. Die Ergebnisse der dazu durchgeführten Stakeholder-Konsultation können unter http://ec.europa.eu/environment/waste/weee/events_rohs2_en.htm eingesehen werden.

Es werden in der Neufassung keine neuen Stoffverbote vorgeschlagen. Die Risikobewertung der verbotenen Stoffe wird in Anlehnung an die REACH-Verordnung nach der dort gehändelten Methodik durchgeführt.  Besondere Priorität wird dabei, wie auch die  REACH einem ECHA-Vorschlag folgt, den Stoffen

  • Hexabromocyclododecan (HBCDD), ein Flammhemmer in HIPS-Gehäusen und
  • Bis (2-ethylhexyl)-phthalate (DEHP), Butylbenzylphthalate (BBP) und Dibutylphthalate (DBP) in Weichmachern für PVC gewidmet.
  • TBB-A (Tetrabrombisphenol A), als Flammhemmer in Leiterplatten verwendet, wird aus der Liste gestrichen.

Die Stoffverbote werden in die neuen Anhänge ausgegliedert, so findet man zukünftig die Stoffverbote für Blei, Cadmium Quecksilber, usw. und die dazugehörigen Grenzwerte im Anhang IV. Mit dieser Maßnahme und der zukünftigen Änderung durch Komitologie, ein System der Verwaltungs- und Expertenausschüsse innerhalb der europäischen Union,  soll ein verkürztes Verfahren für Stoffverbote gewährleistet werden.

In den neuen Rahmenbedingungen für die Ausnahmeregelungen kann die Kommission ein einheitliches Format vorgeben, um die Überprüfung übersichtlicher und leichter zu gestalten. Die Ausnahmen gelten generell maximal für 4 Jahre, können dann aber unter der Voraussetzung, dass noch kein Substitutionsmaterial vorhanden ist, verlängert werden. Zu beachten, hierfür muss ein Antrag 18 Monate vor Ablauf der Auslaufzeit der Ausnahme gestellt werden.
Auch die Kriterien für die Antragsstellung von Ausnahmen sind, wie die nachfolgende Folie zeigt,  erweitert worden.

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Quelle: Vortragsfolie Dr. Deubzer

Ferner wird in den Geltungsbereich der Richtlinie auch die Kategorie 8, Auslaufdatum für Medizingeräte ab 2014 und medizinische in-vitro-Diagnostika ab 2016,  und die Kategorie 9, Auslaufdatum für Mess- und Kontrollinstrumente ab 2014 und industrielle Mess- und Kontrollinstrumente ab 2017, fallen.  Ausnahmen gelten nur noch für spezifische Geräte aus den beiden Kategorien gemäß Anhang IV.

Der Konformitätsnachweis muss durch den Hersteller geführt werden. Dazu sind technische Unterlagen zu erstellen, die einer Aufbewahrungszeit von 10 Jahren unterliegen. Die notwendige Konformitätserklärung gemäß Anhang 7 wird vom Hersteller ausgefüllt und das CE-Zeichen auf dem Gerät angebracht, wie auch in der EuP-Richtlinie vorgesehen. Als Konformitätsbeweis des Herstellers müssen technischen Unterlagen eine Produktbeschreibung und Fertigungsunterlagen erstellt werden, in denen die RoHS-relevanten Baugruppen und Materialien erkenntlich sind. Dabei sind Normen gemäß der Richtlinie 98/34/EG, technische Spezifikationen, anzuwenden. Für den Nachweis bei Nichteinsatz von Normen sind Prüfungen und Prüfberichte für die Bestätigung der Konformität notwendig. In der Serienfertigung sind Tests und Analysen der zugelieferten Bauteile auf RoHS-Konformität durchzuführen und entsprechende Erklärungen vom Zulieferer zu verlangen. Der Hersteller muss dem Händler über seine Maßnahmen unterrichten. Damit werden auch die Händler und Importeure in die Pflicht genommen. Sie müssen die Konformitätsunterlagen der Hersteller bereithalten und gegebenenfalls auch Stichproben durchführen. Bei fehlerhaften Verhalten der Hersteller sind die zuständigen Behörden zu unterrichten. Wie auf der abschließenden Folie dargestellt soll mit all diesen Maßnahmen eine bessere Übersichtlichkeit und Klarheit geschaffen werden.

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Quelle: Vortragsfolie Dr. Deubzer

ELV ( End-of-Life of Vehicles, Alt-Auto-Richtlinie )

Der derzeitige Vorschlag zur Überarbeitung der Ausnahme 8a/8b der Richtlinie schreibt das Verbot von bleifreien Loten ab dem Jahre 2011 ohne Ausnahmen in neu typ-zugelassenen Fahrzeugen ab diesem Datum vor. Durch Einsprüche gegen diesen Vorschlag wegen technischer Nichtdurchführbarkeit wurde eine neue Empfehlung für Ausnahme 8 herausgegeben. Diese wird eine Kombination allgemeiner und spezifischer Ausnahmen beinhalten. Damit ergibt sich für Blei in den Loten nachfolgende Situation:

Deubzer4.png
Quelle: Vortragsfolie Dr. Deubzer

Bei der Überarbeitung des Anhanges der ELV-Richtlinie soll eine Angleichung an die RoHS-Ausnahmen geschaffen werden. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass in der ELV keine Flammhemmer genannt werden.  Die Empfehlung zur den Ausnahmen 8a, Blei in Loten,  splittet sich in vier Gruppen auf.

  1. Für hochschmelzende Lote, wie auch in der RoHS ist ein Revision 2013 vorgesehen.
  2. Zwischen Halbleiter und Trägermaterial parallel mit den RoHS-Regelungen, Auslaufdatum 2014
  3. Einpressverbinder mit flexibler Zone haben im Gegensatz zur RoHS ein Auslaufdatum 2014
  4. Für Wärmeverteiler-Befestigung in Power-Modulen mit =>1cm² Fläche und => 1A/cm² Stromdichte ist wie in der RoHS das Auslaufdatum 2014.

In den Revisionen 2013 und 2014 sollen für die Ausnahmen die nächsten Fristen festgelegt werden.
Auch bei der Ausnahmeregelungen 8b für Blei in Loten zum Löten auf Gläsern zeigt sich die gleiche Tendenz. Automobilindustrie und Zulieferindustrie plädieren für ein Einführungsdatum 2015 für neu typ-zugelassene Fahrzeuge. Allerdings liegt hier ein Gegenantrag von ANTAYA vor, wo bereits das Inkrafttreten der Änderung im Jahre 2011 (gegenwärtiger Stand) erfolgen soll.

Für die Ausnahme 10, Blei in Glas und Keramik laufen zurzeit die Begutachtungen. Definitionen und Formulierungen müsen geklärt und festgelegt werden. Im Gegensatz zur RoHS-Ausnahme 7c sind noch Schwierigkeiten in der Technologie und der Anwendung zu berücksichtigen. Dazu findet eine enge Kooperation mit Stakeholdern statt, um Einschränkungen für Blei in bestimmten Keramiken und deren Applikation in Bauelementen festzulegen.
Die Bearbeitung der Änderungen wird gruppenweise je nach Priorität erfolgen. Ein Bericht zur Empfehlung der vorgesehenen Änderung soll spätestens 9 Monate nach der Stakeholder-Konsultation an die dann zuständigen Gremien gegeben werden.

WEEE-Richtlinie

Die wesentliche Änderung in der WEEE besteht in der Behandlung von Elektronikschrott in den EU-Ländern. Nur ca. 1/3 des Gesamtaufkommens wird zurzeit richtlinienkonform behandelt. Des Rest ist in den Deponie oder in außereuropäischen Ländern zu finden. Während bisher auf die Sammelgüter und deren Behandlung im Anhang 1a und 1b hingewiesen wird, bezieht sich die neue Regelung auf den RoHS-Anhang 1.  

Ferner sollen die Unstimmigkeiten in der Sammelquote zwischen den Eu-Ländern ausgeräumt werden. Neue Ziele für eine getrennte Sammlung gelten ab 2016. Als Basis (100%) werden je Mitgliedsland die in den 2 Vorjahren im Durchschnitt auf den Markt gebrachten Elektro-Geräte ( in Kg) betrachtet und davon die Mindestsammelquote von 65% (in Kg) je Mitgliedsstaat gefordert. Dazu muss von den Mitgliedsstaaten sichergestellt werden, dass die Hersteller die Sammelquote erfüllen, d.h. sie sammeln ab Haushalt und finanzieren die Aktionen. Bis 2012 werden die Sammelquote und das festgelegte Enddatun 2016 überprüft, wobei nationale Übergangsregelungen möglich sind. Die Wiederverwendung von Elektro-und Elektronikgeräten zählt im Gegensatz zur alten Regelung zur Recyclingquote.
Das Entfernen von Baugruppen aus Geräten regeln neue Definitionen. Als Grundlage für die Überwachung der Herstellerpflichten richten die Mitgliedsstaaten Herstellerverzeichnisse ein. Das Verzeichnis ist für jeden Hersteller im Lande zugänglich, ein Austausch zwischen nationalen Verzeichnissen wird gewährleistet.

Die Mitgliedsstaaten überwachen die Durchführung der Richtlinie und können zu diesem Zwecke entsprechende Regelungen erlassen. Zur Verhinderung illegaler Transporte von E-Schrott sind entsprechende Vorschriften zu beachten. Im Falle einer Zuwiderhandlung muss der Entsender die Lieferung im vollen Umfange zurücknehmen.


Quelle und weiterführende Informationen:

-Folien folgen-

Klaus Dingler
Mitglied im FED-Vorstand

Quelle:

Folienvorträge Dr. Deubzer auf der 21.BFE-Tagung und der 17.FED-Konferenz.
Die Folien des Vortrages sind im Tagunsband der 17.FED-Konferenz, bzw. der entsprechenden CD, enthalten. (Zu beziehen über die FED-Geschäftsstelle oder über den Web-Shop auf der FED Homepage www.fed.de.

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